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Einstreu [zurück]:

Auf der Suche nach einer geeigneten Einstreu für unsere 3 Pferde im Offenstall habe ich unterschiedliche Produkte getestet. Die Einstreu muss für uns folgenden Kriterien genügen:

  1. Große Saugfähigkeit: der Schlafstall hat Naturboden und dieser soll nicht mit Urin kontaminiert werden. Daher muss die Einstreu so saugfähig sein, dass sie alle Feuchtigkeit aufnimmt, bevor sie in den Boden eindringen kann.
  2. Geringes Mistaufkommen: Wir transportieren unseren Mist schubkarrenweise auf Mieten weit weg vom Stall, das ist zeitraubend und daher sollte der Mist möglichst wenig Volumen haben.
  3. Gute Kompostierfähigkeit/qualitätsvoller Dünger: Die Kompostmieten dienen später als Dünger für den Gemüsegarten und dann und wann auch für unsere Weide. Er darf nicht übersäuert werden und nicht faulen.
  4. Einfaches Entmisten: Arbeits- und Zeitersparnis ist für uns voll berufstätigen Pferdehalter ein Muss.

Update (August 2011): Wir haben inzwischen "nur" noch zwei Pferde, der Schlafstall ist komplett gepflastert und damit wasserdicht.

Langstroh: fiel für uns gleich komplett durch die Wertung, weil es
1. Geringe Saugfähigkeit besitzt
2. Sehr viel Mist ergibt
3. Gibt allerdings sehr guten, beliebten Kompost
4. Umständlich zu Misten ist

Sägemehl von der Sägmühle wurde von uns nicht getestet, weil es nicht entstaubt ist und wir nicht wissen, ob giftige oder behandelte Hölzer verwendet wurden.

Allspan: Haben wir aber nicht gerne verwendet, weil es
1. Nicht genügend saugfähig ist
2. Viel beim Entmisten mit herausgenommen wird
3. Den Kompost sauer macht und er zum faulen neigt (Holz!)
4. Das Misten einer Ostereiersuche gleich kam.
Vorteil: ist überall leicht zu beziehen, Pferde fressen es nicht.

Tierwohl normal/super: hat ähnliche Eigenschaften wie Allspan, ist aber insgesamt besser zu handhaben, weniger Kompost und bessere Verteilung, vor allem das Super. Haben wir eine Weile in Kombination mit Strohpellets verwendet.

Strohpellets:ist sehr handlich bei der Lagerung (Papiersäcke Größe Futtersäcke),
1. Kann enorm viel Feuchtigkeit aufnehmen und quillt dabei stark auf. Wird innerhalb 2-3 Tage zur trockenen Matratze.
2. Das Mistaufkommen ist gering, weil nur die Äpfel und nach 2 Wochen erste nasse Stellen herausgenommen werden.
3. Der Kompost ist vergleichbar mit dem aus Langstroh, ist aber schneller reif,
4. Wenn die Pellets nach 2 Tagen zerfallen sind, ist das Entmisten sehr einfach, davor muss man ein bisschen pulen.
Die Einstreu finde ich sehr gut, Nachteil: vor allem Pia hält die Pellets für Kraftfutter und frisst sie begeistert, solange sie nicht zertreten sind. Ich habe daher die Strohpellets lange mit Tierwohl super gemischt (unten Pellets, oben Tierwohl), dann musste sie länger pulen, um fressen zu können.

Hoeveler Reformtaler: Der Test war unter Maximalbedingungen, weil es frisch geschneit hat und die Pferde immer mit nassen Füßen rein und rausgelaufen sind.
1. Die Saugfähigkeit ist immer noch sehr gut, aber nicht so exzellent, wie die anderen Pellets.
2. Das Mistaufkommen ist nicht höher als andere Strohpellets, sehr angenehm.
3. Der Mist ist sehr locker und verspricht guten Kompost zu geben.
4. Die ersten Tage ist das Misten etwas fummeliger als bei den Pellets, aber bei nur 4 Häufen/Nacht durchaus erträglich. Wenn unsere Pferde gerne darin schlafen, äpfeln sie wenig in die Einstreu.
Vorteil: sofort weiche dichte Einstreu (Pellets sind anfangs hart und nicht dicht), sehr guter Geruch, auch nach einer Woche.
Nachteil: wird anfangs auch gefressen, die ca. 8 cm großen, locker gepressten Taler machen mir aber nicht solche Sorgen wie die kleinen harten Pellets.
Preis im Vergleich zu den Strohpellets: mehr Geld für weniger Einstreu.
 
Bild Hoeveler Reformtaler

Leinstroh: wird in Ballen wie Holzeinstreu geliefert und hat in etwa die gleiche Konsistenz.
1. Saugfähigkeit ist gut, vielfach besser als alle Holzvarianten, jedoch schlechter als Strohpellets, Reformtaler und Strohhäcksel.
2. Mistaufkommen ähnlich wie Holzspäne, weil es sehr "fludrig" ist und somit viel Frisches mit abgemistet wird.
3. Kompost hervorragend, besser als Stroh, Gärtner sind begeistert.
4. Handlichkeit beim Misten: durch seine Konsistenz ein Ostereier-Suchen.
Vorteil: wunderbarer Duft, bindet Ammoniak hervorragend und lange, besserer PH-Wert als Holz und wunderbar weich.

Hippogold 5-fach entstaubtes und thermisch aufgeschlossenes Strohhäcksel (Update August 2011): handliche Ballen zu 20 kg, duftet wunderbar nach Goldstroh, auch beim Ausmisten vergleichbar mit den Hoeveler Reformtalern. Beste Saugfähigkeit der getesteten Produkte. Lässt sich einfacher ausmisten als Leinstroh, weil es nicht so fludert und man einfach die nassen Stellen herausnehmen kann. Allerdings wird diese Einstreu begeistert gefressen, so dass der Bedarf deutlich höher ist: wir benötigen für unsere 2 Pferde 1 Ballen mehr pro Woche, auf den Monat gerechnet ist das ein Mehraufwand von ca. 40 € für beide Pferde. Mir macht das allerdings keinen Kummer, da ich in diesem Jahr kein qualitätsvolles Futterstroh bekomme und die Pferde daher ruhig an der Einstreu mampfen dürfen. Ich gehe davon aus, dass die Pferde, sollte ich gutes Futterstroh anbieten können, auch die Einstreu in Ruhe lassen würden.

Fazit: Aufgrund der Vor- und Nachteile der verschiedenen Einstreuarten haben wir uns derzeit für eine Mischung aus Hippogold und Holzspänen (2 Ballen Hippogold, 1 Ballen Späne immer im Wechsel) entschieden. Dieser Luxus kostet uns im Monat an Einstreu zur Zeit rund 54 Euro pro Pferd.