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Huforthopädie

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Fallbeispiel 4: [zurück]

Sehnenstelzfuß
Devinia, Welsh Cob
Fotos bei Eisenabnahme:

Nach 1,5 Jahren:


Der Sehnenstelzfuß (oft fälschlicherweise als „Bockhuf“ bezeichnet) zeichnet sich dadurch aus, dass eine Flexion im Hufgelenk vorliegt, d.h., der Huf ist deutlich steiler als die Fessel. Die Ursache dafür liegt an einer zu kurz eingerichteten Tiefen Beugesehne, die ihrerseits das Hufbein in die steile Stellung zwingt (Sehnen geben nicht nach, Knochen und Gelenke schon!) und da die Hornwand entlang des Hufbeins wächst, wird der Huf steil. In den meisten Fällen wird diese Fehlstellung in der frühen Fohlenzeit angelegt, denn im ersten Lebensjahr, wo sich die Sehnen einrichten, kann auch eine kurzzeitige Schonung einer Vordergliedmaße zu dieser dauerhaften Fehlstellung führen – wenn nicht sofort korrigiert wird! Leider werden die erheblichen Auswirkungen eines Sehnenstelzfußes auf die Pferdegesundheit und damit die oft eingeschränkte Nutzbarkeit immer noch vielfach unterschätzt, sonst würden mir nicht so oft diese Fehlstellungen begegnen!
Im Falle von Devinia verursachte dieser Stelzfuß nicht nur ein unharmonisches Bewegungsbild, sondern der steile Huf wurde durch das unsachgemäße Flacherstellen durch den Schmied in einen Schmerzzustand gebracht, so dass durch seine Schonung der Parallelhuf dauerhaft überlastet wurde. Die seitlichen Hufwände am Stelzfuß schoben auf dem Beschlag nach oben, weil durch die Schnabelform das Horn an der Zehe nicht mehr tragfähig war. Die hochgeschobenen Seitenwände korrespondierten in der Folge mit dem Krongelenk und verursachten nach meiner Meinung (der Nachweis durch ein Röntgenbild müsste noch erbracht werden) dort eine artikuläre Schale, die neben zeitweiligen Schmerzzuständen auch für eine dauerhafte Bewegungseinschränkung des Krongelenks sorgt, denn der Huf kippelt noch heute beim Aufsetzen.
Am flacheren Parallelhuf entwickeln sich allmählich Sehnenprobleme durch die dauerhafte Überlastung.
Ziel der huforthopädischen Arbeit ist möglichst den Stelzfuß in eine gleichmäßige Belastbarkeit zurückzuführen: es wird darauf geachtet, dass er insgesamt nicht zu hoch wird und durch sorgfältiges und vorsichtiges Herantasten wurde die für die Situation ideale Hufwinkelung ermittelt, bei der dieser Huf bestmöglich belastet werden kann. Die Folge ist ein Erholen des zu flachen Parallelhufes, der seinerseits etwas steiler werden konnte. Solche Pferde bleiben Dauerpatienten beim Huforthopäden, weil die Stellung ständig nachkorrigiert werden muss.