Für die Hufgesundheit Ihrer Pferde...

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Hufe lesen

Gestern hatte ich wieder eine Situation, bei der ich mich zunächst gewundert habe, mich aber dann selbst an der Nase fassen musste: mir wurde ein Pferd gezeigt verbunden mit der Frage, ob es wohl möglich sei, dass dieses aufs Barhuflaufen umgestellt werden könne. Ich sah die Hufzustände und bei mir schrillten alle Alarmglocken. Meinem langjährigen Hufkunden, der später der Besitzerin berichten wollte, zählte ich all die Alarmzeichen an den Hufen auf,  merkte dann aber schnell, dass er längst ausgestiegen war: zu viel Information! Auch er hatte nur gesehen, dass die Hufe wohl „schlecht“ seien, aber was das Problem war, konnte er nicht benennen.

Dabei ist es nicht so schwer, Hufe „lesen“ zu lernen. Hier die erste Lektion:

Schauen Sie die Hufe Ihres Pferdes von vorne und von unten an: sind sie gleichmäßig geformt? Gibt es Unterschiede zwischen der inneren und äußeren Hufwand, Beulen, Rillen oder gar Spalten? Sind die parallelen Hufe unterschiedlich hoch und breit? Stehen von der Seite betrachtet Huf und Fessel in einer Linie, ist die Zehenwand parallel zur Trachtenwand oder sind letztere untergeschoben? Stauen die Seitenwände hoch, so dass der Kronsaum einen Bogen nach oben schlägt?

Beim nachfolgenden Beispiel zeigen die roten Linien den Verlauf der Zehenwand und der Trachtenwand. Sie haben ihre Parallelität eingebüßt, die Trachtenwand ist untergeschoben. In der Folge staut die Wand durch die Überlastung nach oben, der Kronsaum schlägt einen Bogen (siehe roter Bogen). An der gestrichelten roten Linie ist eine Rille markiert, welche die Hornermüdung an der Stelle darstellt, an der die Überlastung der Trachte für einen geraden Wandverlauf zu stark wird. Die blaue Linie zeigt die gebrochene Huf-Fesselachse an.

Das zweite Bild zeigt den selben Huf ein Jahr später: die Huf-Fessel-Achse ist korrekt, Zehenwand und Trachtenwand sind parallel, es ist kein Horn mehr hochgestaut und die Überlastungsrille ist nur noch fühl- aber nicht mehr sichtbar (und hat somit physikalisch auch praktisch keine Wirkung mehr). 


Das Beispiel ungleicher Hufhälften folgt im nächsten Blogbeitrag.



Dorothea, 12.02.2015

Frostfreie Tränke

Frostzeit - Eispickelzeit! Ohne Witz! Richtig fest sitzende Rossbollen auf dem Auslauf pickeln wir mit Michaels Eispickel aus Jugendzeiten-Wanderungen auf. Und bislang auch unser Tränkebottich, der uns bisher täglich einfror. Eine Hufkundin brachte mich auf eine Idee: sie installierte in ihrem Auslauf einen alten Zink-Waschbottich, der früher von unten mit Holz beheizt wurde. In den Brennraum stellt sie bei Frost einen kleinen Carbit-Gewächshausheizer. Der sorgt dafür, dass das Wasser im darüber sitzenden Waschzuber nicht einfriert und sogar fürs Pferd angenehm temperiert ist. Für unsere drei Pferde ist die Lösung ein bisschen zu klein. Aber die Idee finde ich prima: 
Nun habe ich einen großen 100l Waschzuber aus Zink, stellte ihn auf ein paar Steine, nahm zwei Grabkerzen (die leistungsstarken mit 1 Woche Brenndauer), die ich wiederum in eine mit Styropor isolierte Holzkiste stellte, und stellte dies unter den Zuber. Heute morgen das Ergebnis nach -12 GradC: eisfrei! Pferde saufen sehr gut, also stimmt auch die Temperatur. Grabkerzen gehen sofort aus, wenn sie umfallen, ich mache mir da wegen einem Brand überhaupt keine Sorgen, falls die Pferde auf die Idee kommen sollten, die Konstruktion auseinander zu bauen.



Dorothea, 06.02.2015

Ich kann es einfach nicht lassen ...

...denn es macht mir einfach zu viel Spaß: und ich denke, es liegt mir auch! Gemeint ist das Weiterbilden und Lehren. Meine Kunden kennen das ja: seit ich diesen Beruf ausübe, sind KollegInnen, auszubildende Huforthopäden oder an der Ausbildung Interessierte regelmäßig bei mir mitgefahren und haben mir bei meiner Arbeit über die Schulter geschaut oder mit mir zusammen an den Hufen gearbeitet. Ich habe auch immer davon profitiert: über das Erklären werden mir selbst Zusammenhänge deutlicher, ich reflektiere meine Arbeit besser und schaue mein Ergebnis kritischer an. Die Rückmeldungen und Rückfragen aus diesen Hospitationen sind mir dabei auch sehr wertvoll und helfen mir dabei, nicht im eigenen Saft zu schmoren - und sie bestätigen mich darin, damit weiter zu machen! 
Aktuell baue ich gerade auf diese Weise eine Zusammenarbeit der besonderen Art mit einem Tier-Physiotherapeuten und -Osteopathen, Volker Marschall (www.marschalls-tierphysiotherapie.de), auf. Ich zeige ihm, wie ich Hufe lese und behandle und er schärft mir den Blick für die Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke darüber und ihre Wechselwirkungen mit Hufen, -Stellung und Bewegungsfähigkeit. Wir beide gewinnen gerade ganz neue Perspektiven in unserer Arbeit. Sehr spannend...




Dorothea, 03.02.2015

Byebye DIfHO ...

Einige werden es nach dem optischen Relaunch meiner Homepage mit neuem LOGO schon geahnt haben: ich habe beschlossen, den Franchisevertrag mit dem DIfHO (deutsches Institut für Huforthopädie) nicht übers Jahr 2014 hinaus zu verlängern. 
Meine Gründe dafür? Neben persönlichen Gründen, die ich nicht in der Öffentlichkeit übers Internet ausbreiten will, gibt es Beschränkungen im Franchisevertrag, die mich bislang daran hinderten, über meine Arbeit an den Hufen hinaus Serviceleistungen und Produkte anzubieten, die mir am Herzen liegen. So möchte ich künftig Seminare über Hufgesundheit halten, auch in Zusammenarbeit mit Tierärzten, Osteopaten und anderen Heilbehandlern am Pferd. Als Service für meine Hufkunden und andere Interessierte biete ich jetzt auch Hufschuhanpassung und - Beratung sowie -Verkauf an. Durch meine umfangreichen und oft Langzeit-Testläufe mit unterschiedlichsten Hufschuhmodellen auf verschiedenen Pferden habe ich einen großen Erfahrungsschatz mit Hufschuhen, von dem meine Kunden gerne profitieren können und dürfen. 
Zudem befinde ich mich derzeit in Ausbildung zum Physio-Riding-Coach und habe vor, nach Erlangen der Qualifikation mein Portfolio um das Wissen physiologisch gesunden Reitens für Pferd und Reiter zu erweitern. Mehr dazu aber zu gegebener Zeit. 
Bei allem Blick auf die Zukunft schaue ich aber auch dankbar zurück auf die lange Zeit im DIfHO, besonders danken möchte ich dabei Herrn Jochen Biernat, der die dort gelehrte Form der Hufbehandlung entwickelt hat und bis heute unermüdlich dafür streitet, dass sie in seinem Sinne weitergeführt wird. Ihm, Herrn Biernat und seinem Ausbilder- und Prüferteam wünsche ich von Herzen alles Gute für die Zukunft!



Dorothea, 27.10.2014

Nachtarbeit

Horrido!
Nach einigen durchgearbeiteten Abenden und Nächten haben es mein Mann und ich geschafft, die Homepage auf das neue Layout umzustellen! Struktur und Aufbau blieben erhalten, weil ich die Übersichtlichkeit und Klarheit schätze, die mir eine statische Website bietet. Der Preis dafür ist ein erhöhter Aufwand in der Programmierung (alles schön von Hand in HTML und PHP). Danke und super gemacht, lieber Michael!
Ich hoffe, das neue Layout ist auch für Sie stimmig und Sie kommen auf den Seiten gut zurecht.
Nun sind einige inhaltliche Neueinträge in Bearbeitung, die wir jetzt nach und nach freischalten werden.
Es lohnt sich also, von Zeit zu Zeit wieder vorbeizuschauen.


Dorothea, 06.09.2014

1o Jahre: ein neues Gesicht, neue Ideen


Es ist nun schon 10 Jahre her, dass ich mich entschlossen habe, mein berufliches Leben umzukrempeln und mit der Huforthopädie anzufangen. Damals startete ich im September die Ausbildung beim DIfHO (Deutsches Institut für Huforthopädie) und hängte bald darauf meinen Bürojob an den Nagel.
Mittlerweile sind schon sehr viele Pferde durch meine feilenschwingenden Hände gegangen und ich habe die Möglichkeiten der von Jochen Biernat entwickelten Hufbehandlungsmethode ausgiebig umsetzen können. Meine zahlreichen und langjährig treuen Hufkunden bestätigen mir die Qualität dieser Arbeit. Einige meiner KundInnen waren so begeistert, dass sie ebenfalls die Ausbildung zum Huforthopäden/zur Huforthopädin absolvierten – obwohl ich sie ausdrücklich vor der Belastung durch diesen Job warnte!
Schmerzlich habe ich auch Grenzen (an)erkennen müssen: Grenzen meiner Möglichkeiten, einigen Pferden huforthopädisch helfen zu können, aber auch vor allem die Grenzen meiner eigenen Kapazitäten: Viele Interessenten musste ich und muss ich heute ablehnen, einige liebgewonnene Kunden(-pferde) musste ich an KollegInnen abgeben, weil meine zeitlichen und körperlichen Kapazitäten überschritten wurden.
Wie sich jeder vorstellen kann, ist dieser Beruf sehr anstrengend und jeder Huforthopäde muss sehr darauf achten, die Überforderungen nicht überhand werden zu lassen.
Daher stricke ich an neuen Ideen: ich möchte diesen Beruf ja noch lange weiterführen, habe aber durchaus auch andere Fähigkeiten im Gepäck.
Zum Jubiläum gibt’s also erst einmal ein neues Gesicht, das geht umgehend mit dieser Homepage online. Die neuen Ideen folgen alsbald: bleiben Sie neugierig!


Dorothea, 04.09.2014

Bully

Heute war ich bei einer alten Bekannten: die Shettydame Bully hatte sich mir vor einigen Jahren einprägsam vorgestellt, als ich mir nichtsahnend ihre Hufstellung anschauen wollte und mich vor ihr niederbeugte: Flugs ergriff die damals Einjährige mein Ohr mit ihren Zähnen und zog beherzt daran! Mein darauffolgendes Gebrüll war wohl eindrucksvoll genug, denn sie ließ von meinem Ohr ab und ich habe es heute noch. Nun also einige Jahre später die Wiederbegegnung mit Bully. Zusammen mit ihren drei Ponykumpels hatte ich sie wegen meines Umzugs vor fast fünf Jahren an einen Kollegen abgegeben. Mittlerweile hatte Bully bedauerlicherweise mehrere Reheschübe und die Hufzustände, in denen ich sie wieder antraf, sind beklagenswert. (Ich habe Fotos gemacht, in einem halben Jahr werden sie zusammen mit Nachher-Fotos die Fallbeispiele erweitern) Bully legte sich mächtig ins Zeug, um mich zum Schwitzen zu bringen, was sie auch schaffte. Ihre Besitzerin sicherte derweil vorne die Zähne, um Übergriffe zu verhindern. Insgesamt ließ Bully die Prozedur aber geduldig über sich ergehen. Anschließend hielt sie ein Nickerchen flach liegend, während ihre drei Kumpels sich direkt daneben der Hufiküre unterzogen. Hiervon habe ich zu meinem großen Bedauern kein Foto gemacht!

Dorothea, 11.01.2014

Einer wie der Andere?

In einer großen Pferdezeitschrift wurde unlängst eine Studie der Uni Leipzig vorgestellt, in der unterschiedliche Hufbearbeitungsmethoden und deren Erfolge miteinander verglichen wurden. Dabei wurde jeder Methode eine Gruppe von Pferden mit jeweils ähnlichen Hufthemen und vergleichbarer Nutzung und Haltung für einen Zeitraum zur Bearbeitung zugewiesen. Ich war sehr neugierig, was dabei wohl herauskommen würde. Das Ergebnis indes hat mich nicht überrascht: nichts. Es konnten Verbesserungen nicht an Methoden festgemacht werden, auch gab es keine klare “Handschrift”, nach der sich Hufe bei einer bestimmten Methode entwickelten. Wenn sich die Leser jetzt aus der Lektüre versprochen hatten, eine Entscheidungshilfe für ihre Hufbearbeitung zu bekommen, wurden sie enttäuscht.
Woran das wohl liegt?
Mein Erklärungsversuch: Mitspielen wird hier die simple Wahrheit, die ich immer wieder verblüfft feststelle: kein Huf ist wie der andere. Und: kein Huf sieht beim nächsten Behandlungstermin wieder so aus wie zuvor. Zu vielschichtig sind die Einwirkungen, die ständig auf den Huf passieren und die innerhalb der Hufbearbeitungsintervalle den Huf formen und verformen.
Dann auch – ein ganz heißes Eisen – der Hufbearbeiter an sich: zu groß sind auch innerhalb der Hufbearbeitungsmethoden die Unterschiede, wie die Fachleute an den Huf gehen. Jeder schließt seine Schlüsse aus dem, was er sieht und handelt danach. Jeder ist auch selbstständiger Unternehmer und letztendlich (nur) seinem eigenen Tun verpflichtet. Auch wenn bei dem einen ein “staatlich geprüft” davor steht, garantiert es nicht, dass er danach handelt, was er mal gelernt hat. Vielleicht hat er aus seiner Praxis neue Erkenntnisse gewonnen, von denen er nun überzeugt ist? Sind diese aber besser? Wer überprüft das auch schon? Und auch die “Privaten” kommen da nicht pauschal besser weg: hat auch jeder durchdrungen, was er in der Ausbildung gelernt hat? Kann er umsetzen, was er in der Fortbildung lernt?
Also: konnte die Studie garantieren, jeweils die Top-Vertreter der unterschiedlichen Hufbearbeitungsmethoden an den Hufen gehabt zu haben und waren die auch jeweils bestens “in Form”, und das über einen längeren Zeitraum?
Der Pferdebesitzer kann indes nicht aus der Pflicht entlassen werden, sich die Arbeit seines Hufbearbeiters genau anzuschauen und die Entwicklung der Hufe seines Pferdes kritisch mitzuverfolgen. Hilfreich ist zur Beurteilung ein regelmäßiges (z.B. alle 6 Monate) Fotografieren des aktuellen Hufzustands, was dann zum Vergleichen gut herangezogen werden kann.
Dann ist nach meinem Dafürhalten die Kommunikation sehr wichtig: kann der Hufbearbeiter begründen, was er (heute) tut, kann er ein Behandlungsziel formulieren und sich daran messen lassen?
Nicht zuletzt entscheidet das Pferd: ist es zufrieden, läuft es nach einiger Zeit besser, bessern sich Probleme wie Strahlfäule, Hohle Wände, brüchiges Horn, Rillen, Fehlstellungen oder verschlechtern sich diese?

Hausaufgaben fürs Neue Jahr. Schauen Sie sich Ihre Hufbearbeiter mal genauer an. Den Einen wie die Andere…

Guten Rutsch!


Dorothea, 29.12.2013

Wie lange geht ein Pferd nach der Eisenabnahme fühlig?

Diese Frage wird mir häufig gestellt, wenn es um die Entscheidung geht, ob und wann ein Pferd zum Barhufgänger umgestellt werden soll.
Ob und wie sehr ein Pferd nach der Eisenabnahme fühlig geht hängt von so vielen Faktoren ab, dass ich schlecht grundsätzlich dazu etwas sagen kann: zuallererst: wie funktionsfähig sind die Hufe überhaupt, sprich: Stellung, Zustand der Wände, also die Frage, ob die Hufe derzeit in der Lage sind, ihre Funktion gut zu erfüllen (das Pferdegewicht ist größtenteils über den Aufhängeapparat Hufbeinträger in der Hufwand aufgehängt. Wenn die Hufwände unphysiologisch zum Boden stehen, können sie diese Funktion nicht oder schlecht erfüllen und andere Hufanteile müssen einen Teil davon übernehmen, z.B. Strahl und Sohle – die sind damit oft überfordert, weil nicht dafür geschaffen…) Die nächste zu klärende Frage: auf welchem Boden lebt das Pferd, über welchen Boden läuft es? Reize fachen die Lebenstätigkeit an, übermäßige Reize bringen sie zum Erliegen. Ein Pferd, das in einer weich eingestreuten Boxe lebt, tut sich schwer, für eine Stunde am Tag auf hartem Boden zu gehen. Das ist, wie plötzlich barfußlaufen, wenn wir immer Schuhe tragen.
Bei vielen Pferden dauert die Umstellung auf Barhuf u.U. so lange, bis das Horn einmal durchgewachsen ist, denn ein beschlagenes Pferd hat kaum Reize auf die Huflederhäute und ist auf einmal sehr vielen Reizen ausgesetzt. Entscheidend ist nach meiner Erfahrung also bei der Frage, ob und wie lange das Pferd nach der Eisenabnahme fühlig geht, neben den zu korrigierenden Hufzuständen die Lebensumgebung, sprich, wie es geritten wird; wo und wie es gehalten wird.


Dorothea, 13.02.2013

Die schönen Theorien…

Es hört sich einfach ZU gut an: optimaler Abrollpunkt, Wildpferdehufe, das Pferdegewicht tragende Sohle, das Pferdegewicht tragender Strahl, optimale Hufwinkelung und Vieles dergleichen mehr.
Es kursieren einige Theorien rund um die bestmögliche Hufbearbeitung und mit schön klingenden Begriffen werden oft massive Eingriffe in die Halte- und Tragestrukturen des fragilen Systems Huf vorgenommen. Wenn man dann nachhakt, stellt sich bald heraus, dass umfassende anatomische Kentnisse über das Innere des Hufes nur unzureichend vorhanden sind oder gänzlich fehlen.
Also meine Bitte an die verantwortungsvollen PferdebesitzerInnen: lassen Sie sich die Qualifikationen Ihres Hufbearbeiters zeigen und bleiben Sie kritisch, wenn jemand, der nicht direkt am Huf ausgebildet wurde, Ihnen etwas über Hufe erzählt: der Ansatz mag schon gut sein, aber das detaillierte Wissen kann nur erwerben, wer sich intensiv und möglichst täglich mit dem System Huf auseinandersetzt!
Über wirklich alles gibt es sogenannte “Fachartikel”, die man sich erlesen kann, das allein qualifiziert niemals soweit, dass man dieses “Wissen” umsetzen, reflektieren oder sogar weitergeben könnte! (Ja, manche geben sogar Hufkurse zum Selbstversuchan seinen eigenen Rössern). Ich kann zwar auch mittlerweile sehen, ob ein Pferd seinen Rücken durchhängen lässt. Befähigt mich dies dazu, physiotherapeutisch, osteopatisch oder chiropraktisch Hand anzulegen? – Wohl kaum.

Bitte merken: ohne Huf kein Pferd.

Das wird manchmal vergessen, wenn schön fleißig experimentiert wird. Und wenn Sie jetzt denken, ja, wie soll ich denn sehen, ob jemand kompetent ist? – Dann erkundigen Sie sich am Besten beim Deutschen Institut für Huforthopädie (www.difho.de), ob es einen Anatomiekurs für Pferdebesitzer in Ihrer Nähe gibt. Bei so einem Kurs wird Ihr Blick geschult und Sie lernen keine Hufbearbeitung, aber die logischen, da physikalischen und nachweisbaren Zusammenhänge über Wirkungsweisen im Huf kennen. Das befähigt Sie dazu, kritische Fragen zu stellen und schärft Ihr Urteilsvermögen.

Mitdenken schadet nicht. Falsch handeln schon.


Dorothea, 06.02.2013

Tragrand

Ich weiß ja nicht, ob jeder, der diese Seiten liest, auch weiß, wie ein Pferdehuf aufgebaut ist. Aber die Tatsache, dass im Wort “Hufwand”  das Wort “Wand” steckt dürfte ja vermuten lassen, dass das eine stabile Einrichtung sein sollte, die nicht unerheblich für den Huf ist, ebenso spricht ja wohl für jeden Laien sichtbar das Wort “Tragrand” für sich.
Umso erstaunlicher, dass vielfach Hufprofis (Profi=jemand, der damit sein Geld verdient) derart ignorant mit dem Tragrand umgehen und ihn bei Bedarf komplett seiner Funktion berauben – sei es, weil sie um ihre eigenen Gelenke zu schonen mit einem Elektrohobel aus dem Baumarkt  zu Werke gehen und damit gar nicht fein arbeiten KÖNNEN, oder weil sie den Huf passend für ihr Standardeisen trimmen, damit sie dieses nicht mehr umschmieden müssen (passenderweise sparen sie damit gleich ihren Schmiedeofen und das ganze Equipment ein).
In meinem Beispielfall wurde dem Pferd die Hufwand mittels eines Elektrohobels bearbeitet und dabei fast ringsum der Tragrand bis zur Weißen Linie entfernt. Das Pferd musste dadurch nahezu auf der Sohle laufen. Zudem wurde durch einseitiges Kürzen von Hufwandanteilen die Stellung verändert und auf beiden Vorderbeinen Gelenksentzündungen provoziert. Das Pferd ging nach dieser Behandlung gut 4 Monate lahm. Die Besitzerin kämpft noch heute darum, wenigstens die erheblichen Tierarztkosten ersetzt zu bekommen. Viele Pferde zeigen lange keine Symptome, aber ich möchte einen Appell an Euch Pferdebesitzer richten: schaut Euch die Hufwände und die Tragränder Eurer Pferde kritisch an und fragt Euch: sind die durch bzw. nach der Hufbearbeitung funktionsfähig, d.h. können sie Last aufnehmen und weiterleiten oder sind sie teilweise oder gar ganz ihrer Funktion beraubt? Sind sie ringsum gleichmäßig geformt , ist der Huf einigermaßen symmetrisch? Wenn nicht, löchert Euren “Profi”, lasst nicht locker! Besteht darauf, dass es in angemessener Zeit eine positive Entwicklung geben muss und lasst Euch nicht abspeisen mit Aussagen wie  “da wächst nichts” oder “der hatte schon immer so schiefe Hufe”. Macht Fotos alle halbe Jahr und dokumentiert die Entwicklung. 
Jemand, der die Hufe beherrscht, kann dem Pferd zu gesunden und symmetrischen Hufen verhelfen. Das unterscheidet übrigens den Experten vom Profi.


Dorothea, 21.12.2012

Atypische Weidemyopathie

Vor zwei Jahren haben ehrenamtlich forschende Biologen aus der VFD bereits die Theorie aufgestellt, dass Ahorn die Ursache für die mysteriöse Weidemyopathie ist.  Jetzt haben Wissenschaftler diese Theorie bestätigt.
http://www.vu-wien.ac.at/fileadmin/v/z/news/2012/Information_Weidemyopathie_2012-10-22.pdf
Somit ergeht eine Warnung an alle PferdebesitzerInnen, die auf oder in der Nähe ihrer Weide Ahorn- oder Eschenbäume stehen haben. Auch ich habe einen alten Bergahorn stehen, direkt neben dem Offenstall, geschickterweise hinterm Heunetz - er ist meinen Pferden mit seinem weit ausladenden Dach ein wunderbarer Wind- und Wetterschutz - eigentlich. Diesen Winter wird er wohl nicht überleben.



Dorothea, 16.11.2012

Warum es keine perfekten Hufe gibt

Manchmal werde ich gefragt, ob oder wann die huforthopädische Korrektur irgendwann beendet ist und ob es überhaupt perfekte Hufe gibt. Die Antwort dazu kann nur unbefriedigend ausfallen. Perfekte Hufe gibt es nie. Das liegt einfach daran, dass dieser komplizierte Halte- und Trageapparat Huf äußerst anfällig für Störungen ist. Der Boden, auf dem das Pferd läuft oder steht, hat Einfluß auf Abrieb und vielleicht auch Abbruch eines Teils der Hufwände. Eine vielleicht relativ kurzzeitige einseitige Belastung wegen einer Verletzung oder Verspannung sorgt für entsprechende Überlastungen von Hufwandanteilen. Selbst ein unpassender Sattel hat Einfluß auf die Form der Hufe. Beispiele gibt es viele mehr.

Bei allen Überlegungen sollte man stets daran denken, dass in der Evolution nur drei Einhufer übrig geblieben sind (Pferd, Esel, Zebra). Alle anderen Fluchttierarten haben sich zum Paarhufer entwickelt. Das System Huf, auf dem unsere Pferde stehen, ist zu störanfällig, um sich durchzusetzen.

Deshalb schauen wir Huforthopäden bei unserer Arbeit den Huf nach der Belastungssituation seiner jeweiligen Wandanteile durch und bearbeiten den Huf entsprechend, indem wir den Abrieb steuern. Das Ergebnis wird jedesmal etwas anders ausfallen - zum Ziel haben wir immer, den Huf in seine physiologische Tragfähigkeit (zurück-) zu führen. Das geht immer nur im Rahmen dessen, was die Lebenssituation des Pferdes und auch seine sonstigen (körperlichen) Bedingungen dafür hergibt.

Ein schönes Beispiel ist mein Haflinger Asterix, der mit drei Jahren zu mir kam, seit seinem vierten Lebensjahr in huforthopädischer Hand ist und nun 15 Jahre alt ist. Durch die Aufzucht auf einer Mistmatratze hat er ganz schön krumme Zehengliedmaßen, die Hufe sind für mich jeden Monat eine Herausforderung - auch heute noch! Es ist mühevoll, sie in der Balance zu halten.  - Aber es geht! Das wollte ich mit diesem Blogbeitrag sagen: Mein Pferd läuft völlig ohne Einschränkungen und das hoffentlich noch sehr lange und er hat schöne große tragfähige Hufe.



Dorothea, 11.09.2012

Fortbildung

Am Wochenende war ich wieder auf Fortbildung in der Reha-Station der DIfHO im Hunsrück. Mit dem DifHo habe ich einen Vertrag geschlossen, nach dem ich mich dazu verpflichte, jährlich ein paar Fortbildungstage zu absolvieren. Solange ich der Verpflichtung nachkomme, bin ich berechtigt, das DIfHO Logo zu nutzen und mich Huforthopädin nach Jochen Biernat zu nennen. Ferner sichere ich mir die Unterstützung von Herrn Biernat und den DIfHO Kollegen bei Fragen und Problemen, die bei meiner huforthopädischen Arbeit auftauchen zu.
Nun war also wieder Fortbildung und neben den besonders schweren Fällen, die in der Reha-Station behandelt werden, habe ich gerade von den KollegInnen und natürlich auch von Herrn Biernat selbst wieder viele wichtige Impulse und Ideen für meine tägliche Arbeit bekommen. Danke Euch dafür!



Dorothea, 03.07.2011

Der Haken am Panikhaken oder wenn das angebundene Pferd erschreckt

Ein aktueller Vorfall bei einem Huftermin veranlasst mich heute dazu, einmal etwas Grundsätzliches zu Thema Panikhaken zu sagen: der Verschluss am Panikhaken ist NICHT dazu da, geöffnet zu werden, wenn da Pferd zurückschreckt und Zug aufs Anbindeseil kommt! Beim Öffnen des Verschlusses unter Zug schlägt der Haken mit solcher Wucht zurück, dass es ernste Verletzungen geben kann! Sollte das Pferd Panik beim Anbinden bekommen, sollte man besser versuchen, hinter das Pferd zu kommen, um es nach vorne treiben zu können. Wenn dann nicht mehr Zug auf dem Seil ist, kann man den Panikhaken ungefährdet öffnen und das Pferd beruhigen.
Der Panikhaken leistet gute Dienste, wenn etwa das Pferd mit einem Bein über das Anbindeseil gerät oder beim Transport, wenn das Pferd im Hänger seitlich angebunden ist, denn beim Panikhaken kann sich das Pferd im Gegensatz zum Karabinerhaken nicht die Lefzen einklemmen und sich so Verletzungen zuziehen.



Dorothea, 30.05.2011

Pferdestärken

Heute mal ein Bericht am Rande. Die uns für unsere zwei Pferde zur Verfügung stehende Koppel ist mit 30 Ar nicht gerade groß, zudem ist es eine Streuobstwiese mit altem Baumbestand. Da gilt es, das kleine Stück möglichst gut zu pflegen. Nun sollte die Wiese dringend belüftet (vertikutiert) werden und zudem Maulwurfshügel eingeebnet und Löcher aufgefüllt werden. Durch die vielen Bäume können aber meine lieben Nachbarn mit ihren großen Traktoren nicht über unsere Wiese fahren, um sie für uns abzuschleppen.
Da war guter Rat teuer.
Unser Versuch im letzten Jahr, das sehr starkwüchsige Moos mit Dünger zu bekämpfen, war nur mäßig erfolgreich.
Nun habe ich von Herrn Sponagel aus Maulbronn (www.reitplatz-innovationen.de) ein sehr schlaues Gerät bekommen: einen Wiesenkultivator für den Pferdezug! Mit einer Arbeitsbreite von nur 80 cm kommen wir bequem um jeden Baum herum und können in einem Arbeitsgang die Wiese vertikutieren und gleichzeitig einebnen (Wiesenschleppe).
Soweit die Theorie. Gestern kam es zum Praxistest mit unserer Stute "Pia", die ich über die letzten Monate mit Autoreifen auf dem Platz ans Abschleppen gewöhnt hatte. Mein Mann Michael ging mit den Leinen hinter Pia her und ich führte sie vorn und lockte mit Möhren. Das Gerät setzte sich mit Scheppern in Bewegung. Asterix im Offenstall hinter uns flüchtete in den Stall, Pia blieb gänzlich unbeeindruckt und konzentrierte sich lediglich darauf, die Möhren zu erreichen. Bis die Möhren schließlich leer waren, hatten wir mit Pia schon drei Runden gedreht und sie sich an Geräusch und Zug gewöhnt. Fleißig schritt sie dahin, es machte uns allen einen Riesenspaß. Den "Wow!"-Effekt hatten wir allerdings, als wir das Ergebnis auf unserer Wiese betrachteten: Moos war herausgezupft, die Grasnarbe völlig unbeschädigt - und das, obwohl wir für unseren ersten Versuch alle Einstellmöglichkeiten am Gerät auf die leichteste Stufe gestellt hatten. Da können wir also noch mal zulegen!
Was ich noch für besonders erwähnenswert halte, ist eine Sicherheitsvorrichtung, mit deren Hilfe ich bei einem Erschrecken des Pferdes lediglich an einem locker in der Hand mitgeführten Seil ziehe und das Ortscheit zuverlässig die Zugstränge freigibt: Das Pferd ist dann nur noch an den Leinen, das Gerät bleibt inklusive Ortscheit liegen.
Beim nächsten Versuch machen wir Fotos.


Dorothea, 04.04.2011

Die Sorgen mit dem lieben Heu



Also, ich bin ja eine von denen, die ihre Pferde fast ausschließlich mit Heu (und Sommer Weidegras) füttern; nicht einmal Mineralfutter wird regelmäßig zugefüttert. Dadurch habe ich wunderbar gesunde Rösser. Ihre Leistungsfähigkeit erhalte ich bei besonderen Beanspruchungen durch eine kleine Portion Hafer. Hinzu kommt noch, dass ich von meinem lieben Nachbarn mit exzellentem kräuterreichen Heu versorgt werde und ich mir um Qualität, Ernte, Lagerung etc. keine großen Gedanken machen muss.
Eigentlich.

Wenn da nicht die Herbstzeitlosen wären! In einer Kräuterwiese Indikatoren für saure Böden. Ganz natürlich. Und wir wissen ja, dass die Übersäuerung sich immer mehr breit macht.
Herbstzeitlosen sind aber giftig, auch in getrocknetem Zustand können sie bei den Pferden Schaden anrichten.
Und so bleibt mir nur, mit kritischem Auge die täglichen Heuportionen durchzusehen und die typischen bräunlichen breiten Blätter und Blütenstände herauszulesen. Es sind ja nicht immer welche dabei, aber doch immer wieder...

Schauen Sie sich auf dem Foto genau an,   wie die getrockneten Pflanzen aussehen - wetten, dass sich in Ihrem Heu hin und wieder auch welche finden lassen?


Dorothea, 29.03.2011