Für die Hufgesundheit Ihrer Pferde...

Huforthopädie

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Kleinunternehmerregelung

Schon immer war mir klar, dass dieser Beruf, der mir viel Freude bringt, mir aber auch körperlich viel abverlangt und erhöhten Verschleiß provoziert. 
Im vergangenen Jahr dann stellte sich nach 13 Jahren der erste knockout durch einen akuten Bandscheibenvorfall ein: über 12 Wochen lang war nicht daran zu denken, in diesem Beruf zu arbeiten und die Rückkehr gestaltet sich bis heute als schwierig.
Ich danke an dieser Stelle herzlich meinen KundInnen, die Flexibilität gezeigt haben und mir die Treue hielten, obwohl nicht klar war wann ich wieder kommen könnte.
Die Konsequenz hieß dann aber auch: deutliches Reduzieren meiner liebgewonnenen Kundenpferde und Abgeben an andere Hufbearbeiterkolleginnen und Kollegen. Daraus folgt nun, dass mein Unternehmen so klein geworden ist, dass ich mit Wirkung zum 1.1.2019 steuerlich nach der Kleinunternehmerregelung behandelt werde, was bedeutet, dass ich keine Umsatzsteuer mehr erhebe (und abführe). 
Wer sich nun auf eine Preisreduzierung freut, wird allerdings enttäuscht: mit dieser Maßnahme fange ich auch die dringend notwendige Erhöhung nach 6 Jahren Preisstabilität auf: für meine KundInnen ändert sich also in Summe nichts!
Ein bisschen traurig bin ich schon. Diese Maßnahme ist so ein wenig ein Abschied auf Raten von einem wirklich schönen und erfüllenden Beruf, denn normalerweise bin ich als Unternehmerin bemüht, das Unternehmen aufzubauen und zu vergrößern. Jetzt muss ich anders herum handeln. 
Aber so ist das Leben - immer im Wandel.


Dorothea, 06.01.2019

Hufe lesen

Gestern hatte ich wieder eine Situation, bei der ich mich zunchst gewundert habe, mich aber dann selbst an der Nase fassen musste: mir wurde ein Pferd gezeigt verbunden mit der Frage, ob es wohl mglich sei, dass dieses aufs Barhuflaufen umgestellt werden knne. Ich sah die Hufzustnde und bei mir schrillten alle Alarmglocken. Meinem langjhrigen Hufkunden, der spter der Besitzerin berichten wollte, zhlte ich all die Alarmzeichen an den Hufen auf,  merkte dann aber schnell, dass er lngst ausgestiegen war: zu viel Information! Auch er hatte nur gesehen, dass die Hufe wohl schlecht seien, aber was das Problem war, konnte er nicht benennen.

Dabei ist es nicht so schwer, Hufe lesen zu lernen. Hier die erste Lektion:

Schauen Sie die Hufe Ihres Pferdes von vorne und von unten an: sind sie gleichmig geformt? Gibt es Unterschiede zwischen der inneren und ueren Hufwand, Beulen, Rillen oder gar Spalten? Sind die parallelen Hufe unterschiedlich hoch und breit? Stehen von der Seite betrachtet Huf und Fessel in einer Linie, ist die Zehenwand parallel zur Trachtenwand oder sind letztere untergeschoben? Stauen die Seitenwnde hoch, so dass der Kronsaum einen Bogen nach oben schlgt?

Beim nachfolgenden Beispiel zeigen die roten Linien den Verlauf der Zehenwand und der Trachtenwand. Sie haben ihre Parallelitt eingebt, die Trachtenwand ist untergeschoben. In der Folge staut die Wand durch die berlastung nach oben, der Kronsaum schlgt einen Bogen (siehe roter Bogen). An der gestrichelten roten Linie ist eine Rille markiert, welche die Hornermdung an der Stelle darstellt, an der die berlastung der Trachte fr einen geraden Wandverlauf zu stark wird. Die blaue Linie zeigt die gebrochene Huf-Fesselachse an.

Das zweite Bild zeigt den selben Huf ein Jahr spter: die Huf-Fessel-Achse ist korrekt, Zehenwand und Trachtenwand sind parallel, es ist kein Horn mehr hochgestaut und die berlastungsrille ist nur noch fhl- aber nicht mehr sichtbar (und hat somit physikalisch auch praktisch keine Wirkung mehr). 


Das Beispiel ungleicher Hufhlften folgt im nchsten Blogbeitrag.



Dorothea, 12.02.2015

Frostfreie Trnke

Frostzeit - Eispickelzeit! Ohne Witz! Richtig fest sitzende Rossbollen auf dem Auslauf pickeln wir mit Michaels Eispickel aus Jugendzeiten-Wanderungen auf. Und bislang auch unser Trnkebottich, der uns bisher tglich einfror. Eine Hufkundin brachte mich auf eine Idee: sie installierte in ihrem Auslauf einen alten Zink-Waschbottich, der frher von unten mit Holz beheizt wurde. In den Brennraum stellt sie bei Frost einen kleinen Carbit-Gewchshausheizer. Der sorgt dafr, dass das Wasser im darber sitzenden Waschzuber nicht einfriert und sogar frs Pferd angenehm temperiert ist. Fr unsere drei Pferde ist die Lsung ein bisschen zu klein. Aber die Idee finde ich prima: 
Nun habe ich einen groen 100l Waschzuber aus Zink, stellte ihn auf ein paar Steine, nahm zwei Grabkerzen (die leistungsstarken mit 1 Woche Brenndauer), die ich wiederum in eine mit Styropor isolierte Holzkiste stellte, und stellte dies unter den Zuber. Heute morgen das Ergebnis nach -12 GradC: eisfrei! Pferde saufen sehr gut, also stimmt auch die Temperatur. Grabkerzen gehen sofort aus, wenn sie umfallen, ich mache mir da wegen einem Brand berhaupt keine Sorgen, falls die Pferde auf die Idee kommen sollten, die Konstruktion auseinander zu bauen.



Dorothea, 06.02.2015

Ich kann es einfach nicht lassen ...

...denn es macht mir einfach zu viel Spa: und ich denke, es liegt mir auch! Gemeint ist das Weiterbilden und Lehren. Meine Kunden kennen das ja: seit ich diesen Beruf ausbe, sind KollegInnen, auszubildende Huforthopden oder an der Ausbildung Interessierte regelmig bei mir mitgefahren und haben mir bei meiner Arbeit ber die Schulter geschaut oder mit mir zusammen an den Hufen gearbeitet. Ich habe auch immer davon profitiert: ber das Erklren werden mir selbst Zusammenhnge deutlicher, ich reflektiere meine Arbeit besser und schaue mein Ergebnis kritischer an. Die Rckmeldungen und Rckfragen aus diesen Hospitationen sind mir dabei auch sehr wertvoll und helfen mir dabei, nicht im eigenen Saft zu schmoren - und sie besttigen mich darin, damit weiter zu machen! 
Aktuell baue ich gerade auf diese Weise eine Zusammenarbeit der besonderen Art mit einem Tier-Physiotherapeuten und -Osteopathen, Volker Marschall (www.marschalls-tierphysiotherapie.de), auf. Ich zeige ihm, wie ich Hufe lese und behandle und er schrft mir den Blick fr die Muskeln, Sehnen, Bnder und Gelenke darber und ihre Wechselwirkungen mit Hufen, -Stellung und Bewegungsfhigkeit. Wir beide gewinnen gerade ganz neue Perspektiven in unserer Arbeit. Sehr spannend...




Dorothea, 03.02.2015

Byebye DIfHO ...

Einige werden es nach dem optischen Relaunch meiner Homepage mit neuem LOGO schon geahnt haben: ich habe beschlossen, den Franchisevertrag mit dem DIfHO (deutsches Institut fr Huforthopdie) nicht bers Jahr 2014 hinaus zu verlngern. 
Meine Grnde dafr? Neben persnlichen Grnden, die ich nicht in der ffentlichkeit bers Internet ausbreiten will, gibt es Beschrnkungen im Franchisevertrag, die mich bislang daran hinderten, ber meine Arbeit an den Hufen hinaus Serviceleistungen und Produkte anzubieten, die mir am Herzen liegen. So mchte ich knftig Seminare ber Hufgesundheit halten, auch in Zusammenarbeit mit Tierrzten, Osteopaten und anderen Heilbehandlern am Pferd. Als Service fr meine Hufkunden und andere Interessierte biete ich jetzt auch Hufschuhanpassung und - Beratung sowie -Verkauf an. Durch meine umfangreichen und oft Langzeit-Testlufe mit unterschiedlichsten Hufschuhmodellen auf verschiedenen Pferden habe ich einen groen Erfahrungsschatz mit Hufschuhen, von dem meine Kunden gerne profitieren knnen und drfen. 
Zudem befinde ich mich derzeit in Ausbildung zum Physio-Riding-Coach und habe vor, nach Erlangen der Qualifikation mein Portfolio um das Wissen physiologisch gesunden Reitens fr Pferd und Reiter zu erweitern. Mehr dazu aber zu gegebener Zeit. 
Bei allem Blick auf die Zukunft schaue ich aber auch dankbar zurck auf die lange Zeit im DIfHO, besonders danken mchte ich dabei Herrn Jochen Biernat, der die dort gelehrte Form der Hufbehandlung entwickelt hat und bis heute unermdlich dafr streitet, dass sie in seinem Sinne weitergefhrt wird. Ihm, Herrn Biernat und seinem Ausbilder- und Prferteam wnsche ich von Herzen alles Gute fr die Zukunft!



Dorothea, 27.10.2014

Nachtarbeit

Horrido!
Nach einigen durchgearbeiteten Abenden und Nchten haben es mein Mann und ich geschafft, die Homepage auf das neue Layout umzustellen! Struktur und Aufbau blieben erhalten, weil ich die bersichtlichkeit und Klarheit schtze, die mir eine statische Website bietet. Der Preis dafr ist ein erhhter Aufwand in der Programmierung (alles schn von Hand in HTML und PHP). Danke und super gemacht, lieber Michael!
Ich hoffe, das neue Layout ist auch fr Sie stimmig und Sie kommen auf den Seiten gut zurecht.
Nun sind einige inhaltliche Neueintrge in Bearbeitung, die wir jetzt nach und nach freischalten werden.
Es lohnt sich also, von Zeit zu Zeit wieder vorbeizuschauen.


Dorothea, 06.09.2014

1o Jahre: ein neues Gesicht, neue Ideen


Es ist nun schon 10 Jahre her, dass ich mich entschlossen habe, mein berufliches Leben umzukrempeln und mit der Huforthopdie anzufangen. Damals startete ich im September die Ausbildung beim DIfHO (Deutsches Institut fr Huforthopdie) und hngte bald darauf meinen Brojob an den Nagel.
Mittlerweile sind schon sehr viele Pferde durch meine feilenschwingenden Hnde gegangen und ich habe die Mglichkeiten der von Jochen Biernat entwickelten Hufbehandlungsmethode ausgiebig umsetzen knnen. Meine zahlreichen und langjhrig treuen Hufkunden besttigen mir die Qualitt dieser Arbeit. Einige meiner KundInnen waren so begeistert, dass sie ebenfalls die Ausbildung zum Huforthopden/zur Huforthopdin absolvierten obwohl ich sie ausdrcklich vor der Belastung durch diesen Job warnte!
Schmerzlich habe ich auch Grenzen (an)erkennen mssen: Grenzen meiner Mglichkeiten, einigen Pferden huforthopdisch helfen zu knnen, aber auch vor allem die Grenzen meiner eigenen Kapazitten: Viele Interessenten musste ich und muss ich heute ablehnen, einige liebgewonnene Kunden(-pferde) musste ich an KollegInnen abgeben, weil meine zeitlichen und krperlichen Kapazitten berschritten wurden.
Wie sich jeder vorstellen kann, ist dieser Beruf sehr anstrengend und jeder Huforthopde muss sehr darauf achten, die berforderungen nicht berhand werden zu lassen.
Daher stricke ich an neuen Ideen: ich mchte diesen Beruf ja noch lange weiterfhren, habe aber durchaus auch andere Fhigkeiten im Gepck.
Zum Jubilum gibts also erst einmal ein neues Gesicht, das geht umgehend mit dieser Homepage online. Die neuen Ideen folgen alsbald: bleiben Sie neugierig!


Dorothea, 04.09.2014

Bully

Heute war ich bei einer alten Bekannten: die Shettydame Bully hatte sich mir vor einigen Jahren einprgsam vorgestellt, als ich mir nichtsahnend ihre Hufstellung anschauen wollte und mich vor ihr niederbeugte: Flugs ergriff die damals Einjhrige mein Ohr mit ihren Zhnen und zog beherzt daran! Mein darauffolgendes Gebrll war wohl eindrucksvoll genug, denn sie lie von meinem Ohr ab und ich habe es heute noch. Nun also einige Jahre spter die Wiederbegegnung mit Bully. Zusammen mit ihren drei Ponykumpels hatte ich sie wegen meines Umzugs vor fast fnf Jahren an einen Kollegen abgegeben. Mittlerweile hatte Bully bedauerlicherweise mehrere Reheschbe und die Hufzustnde, in denen ich sie wieder antraf, sind beklagenswert. (Ich habe Fotos gemacht, in einem halben Jahr werden sie zusammen mit Nachher-Fotos die Fallbeispiele erweitern) Bully legte sich mchtig ins Zeug, um mich zum Schwitzen zu bringen, was sie auch schaffte. Ihre Besitzerin sicherte derweil vorne die Zhne, um bergriffe zu verhindern. Insgesamt lie Bully die Prozedur aber geduldig ber sich ergehen. Anschlieend hielt sie ein Nickerchen flach liegend, whrend ihre drei Kumpels sich direkt daneben der Hufikre unterzogen. Hiervon habe ich zu meinem groen Bedauern kein Foto gemacht!

Dorothea, 11.01.2014

Einer wie der Andere?

In einer groen Pferdezeitschrift wurde unlngst eine Studie der Uni Leipzig vorgestellt, in der unterschiedliche Hufbearbeitungsmethoden und deren Erfolge miteinander verglichen wurden. Dabei wurde jeder Methode eine Gruppe von Pferden mit jeweils hnlichen Hufthemen und vergleichbarer Nutzung und Haltung fr einen Zeitraum zur Bearbeitung zugewiesen. Ich war sehr neugierig, was dabei wohl herauskommen wrde. Das Ergebnis indes hat mich nicht berrascht: nichts. Es konnten Verbesserungen nicht an Methoden festgemacht werden, auch gab es keine klare Handschrift, nach der sich Hufe bei einer bestimmten Methode entwickelten. Wenn sich die Leser jetzt aus der Lektre versprochen hatten, eine Entscheidungshilfe fr ihre Hufbearbeitung zu bekommen, wurden sie enttuscht.
Woran das wohl liegt?
Mein Erklrungsversuch: Mitspielen wird hier die simple Wahrheit, die ich immer wieder verblfft feststelle: kein Huf ist wie der andere. Und: kein Huf sieht beim nchsten Behandlungstermin wieder so aus wie zuvor. Zu vielschichtig sind die Einwirkungen, die stndig auf den Huf passieren und die innerhalb der Hufbearbeitungsintervalle den Huf formen und verformen.
Dann auch ein ganz heies Eisen der Hufbearbeiter an sich: zu gro sind auch innerhalb der Hufbearbeitungsmethoden die Unterschiede, wie die Fachleute an den Huf gehen. Jeder schliet seine Schlsse aus dem, was er sieht und handelt danach. Jeder ist auch selbststndiger Unternehmer und letztendlich (nur) seinem eigenen Tun verpflichtet. Auch wenn bei dem einen ein staatlich geprft davor steht, garantiert es nicht, dass er danach handelt, was er mal gelernt hat. Vielleicht hat er aus seiner Praxis neue Erkenntnisse gewonnen, von denen er nun berzeugt ist? Sind diese aber besser? Wer berprft das auch schon? Und auch die Privaten kommen da nicht pauschal besser weg: hat auch jeder durchdrungen, was er in der Ausbildung gelernt hat? Kann er umsetzen, was er in der Fortbildung lernt?
Also: konnte die Studie garantieren, jeweils die Top-Vertreter der unterschiedlichen Hufbearbeitungsmethoden an den Hufen gehabt zu haben und waren die auch jeweils bestens in Form, und das ber einen lngeren Zeitraum?
Der Pferdebesitzer kann indes nicht aus der Pflicht entlassen werden, sich die Arbeit seines Hufbearbeiters genau anzuschauen und die Entwicklung der Hufe seines Pferdes kritisch mitzuverfolgen. Hilfreich ist zur Beurteilung ein regelmiges (z.B. alle 6 Monate) Fotografieren des aktuellen Hufzustands, was dann zum Vergleichen gut herangezogen werden kann.
Dann ist nach meinem Dafrhalten die Kommunikation sehr wichtig: kann der Hufbearbeiter begrnden, was er (heute) tut, kann er ein Behandlungsziel formulieren und sich daran messen lassen?
Nicht zuletzt entscheidet das Pferd: ist es zufrieden, luft es nach einiger Zeit besser, bessern sich Probleme wie Strahlfule, Hohle Wnde, brchiges Horn, Rillen, Fehlstellungen oder verschlechtern sich diese?

Hausaufgaben frs Neue Jahr. Schauen Sie sich Ihre Hufbearbeiter mal genauer an. Den Einen wie die Andere

Guten Rutsch!


Dorothea, 29.12.2013

Wie lange geht ein Pferd nach der Eisenabnahme fhlig?

Diese Frage wird mir hufig gestellt, wenn es um die Entscheidung geht, ob und wann ein Pferd zum Barhufgnger umgestellt werden soll.
Ob und wie sehr ein Pferd nach der Eisenabnahme fhlig geht hngt von so vielen Faktoren ab, dass ich schlecht grundstzlich dazu etwas sagen kann: zuallererst: wie funktionsfhig sind die Hufe berhaupt, sprich: Stellung, Zustand der Wnde, also die Frage, ob die Hufe derzeit in der Lage sind, ihre Funktion gut zu erfllen (das Pferdegewicht ist grtenteils ber den Aufhngeapparat Hufbeintrger in der Hufwand aufgehngt. Wenn die Hufwnde unphysiologisch zum Boden stehen, knnen sie diese Funktion nicht oder schlecht erfllen und andere Hufanteile mssen einen Teil davon bernehmen, z.B. Strahl und Sohle die sind damit oft berfordert, weil nicht dafr geschaffen) Die nchste zu klrende Frage: auf welchem Boden lebt das Pferd, ber welchen Boden luft es? Reize fachen die Lebensttigkeit an, bermige Reize bringen sie zum Erliegen. Ein Pferd, das in einer weich eingestreuten Boxe lebt, tut sich schwer, fr eine Stunde am Tag auf hartem Boden zu gehen. Das ist, wie pltzlich barfulaufen, wenn wir immer Schuhe tragen.
Bei vielen Pferden dauert die Umstellung auf Barhuf u.U. so lange, bis das Horn einmal durchgewachsen ist, denn ein beschlagenes Pferd hat kaum Reize auf die Huflederhute und ist auf einmal sehr vielen Reizen ausgesetzt. Entscheidend ist nach meiner Erfahrung also bei der Frage, ob und wie lange das Pferd nach der Eisenabnahme fhlig geht, neben den zu korrigierenden Hufzustnden die Lebensumgebung, sprich, wie es geritten wird; wo und wie es gehalten wird.


Dorothea, 13.02.2013

Die schnen Theorien

Es hrt sich einfach ZU gut an: optimaler Abrollpunkt, Wildpferdehufe, das Pferdegewicht tragende Sohle, das Pferdegewicht tragender Strahl, optimale Hufwinkelung und Vieles dergleichen mehr.
Es kursieren einige Theorien rund um die bestmgliche Hufbearbeitung und mit schn klingenden Begriffen werden oft massive Eingriffe in die Halte- und Tragestrukturen des fragilen Systems Huf vorgenommen. Wenn man dann nachhakt, stellt sich bald heraus, dass umfassende anatomische Kentnisse ber das Innere des Hufes nur unzureichend vorhanden sind oder gnzlich fehlen.
Also meine Bitte an die verantwortungsvollen PferdebesitzerInnen: lassen Sie sich die Qualifikationen Ihres Hufbearbeiters zeigen und bleiben Sie kritisch, wenn jemand, der nicht direkt am Huf ausgebildet wurde, Ihnen etwas ber Hufe erzhlt: der Ansatz mag schon gut sein, aber das detaillierte Wissen kann nur erwerben, wer sich intensiv und mglichst tglich mit dem System Huf auseinandersetzt!
ber wirklich alles gibt es sogenannte Fachartikel, die man sich erlesen kann, das allein qualifiziert niemals soweit, dass man dieses Wissen umsetzen, reflektieren oder sogar weitergeben knnte! (Ja, manche geben sogar Hufkurse zum Selbstversuchan seinen eigenen Rssern). Ich kann zwar auch mittlerweile sehen, ob ein Pferd seinen Rcken durchhngen lsst. Befhigt mich dies dazu, physiotherapeutisch, osteopatisch oder chiropraktisch Hand anzulegen? Wohl kaum.

Bitte merken: ohne Huf kein Pferd.

Das wird manchmal vergessen, wenn schn fleiig experimentiert wird. Und wenn Sie jetzt denken, ja, wie soll ich denn sehen, ob jemand kompetent ist? Dann erkundigen Sie sich am Besten beim Deutschen Institut fr Huforthopdie (www.difho.de), ob es einen Anatomiekurs fr Pferdebesitzer in Ihrer Nhe gibt. Bei so einem Kurs wird Ihr Blick geschult und Sie lernen keine Hufbearbeitung, aber die logischen, da physikalischen und nachweisbaren Zusammenhnge ber Wirkungsweisen im Huf kennen. Das befhigt Sie dazu, kritische Fragen zu stellen und schrft Ihr Urteilsvermgen.

Mitdenken schadet nicht. Falsch handeln schon.


Dorothea, 06.02.2013

Tragrand

Ich wei ja nicht, ob jeder, der diese Seiten liest, auch wei, wie ein Pferdehuf aufgebaut ist. Aber die Tatsache, dass im Wort Hufwand  das Wort Wand steckt drfte ja vermuten lassen, dass das eine stabile Einrichtung sein sollte, die nicht unerheblich fr den Huf ist, ebenso spricht ja wohl fr jeden Laien sichtbar das Wort Tragrand fr sich.
Umso erstaunlicher, dass vielfach Hufprofis (Profi=jemand, der damit sein Geld verdient) derart ignorant mit dem Tragrand umgehen und ihn bei Bedarf komplett seiner Funktion berauben sei es, weil sie um ihre eigenen Gelenke zu schonen mit einem Elektrohobel aus dem Baumarkt  zu Werke gehen und damit gar nicht fein arbeiten KNNEN, oder weil sie den Huf passend fr ihr Standardeisen trimmen, damit sie dieses nicht mehr umschmieden mssen (passenderweise sparen sie damit gleich ihren Schmiedeofen und das ganze Equipment ein).
In meinem Beispielfall wurde dem Pferd die Hufwand mittels eines Elektrohobels bearbeitet und dabei fast ringsum der Tragrand bis zur Weien Linie entfernt. Das Pferd musste dadurch nahezu auf der Sohle laufen. Zudem wurde durch einseitiges Krzen von Hufwandanteilen die Stellung verndert und auf beiden Vorderbeinen Gelenksentzndungen provoziert. Das Pferd ging nach dieser Behandlung gut 4 Monate lahm. Die Besitzerin kmpft noch heute darum, wenigstens die erheblichen Tierarztkosten ersetzt zu bekommen. Viele Pferde zeigen lange keine Symptome, aber ich mchte einen Appell an Euch Pferdebesitzer richten: schaut Euch die Hufwnde und die Tragrnder Eurer Pferde kritisch an und fragt Euch: sind die durch bzw. nach der Hufbearbeitung funktionsfhig, d.h. knnen sie Last aufnehmen und weiterleiten oder sind sie teilweise oder gar ganz ihrer Funktion beraubt? Sind sie ringsum gleichmig geformt , ist der Huf einigermaen symmetrisch? Wenn nicht, lchert Euren Profi, lasst nicht locker! Besteht darauf, dass es in angemessener Zeit eine positive Entwicklung geben muss und lasst Euch nicht abspeisen mit Aussagen wie  da wchst nichts oder der hatte schon immer so schiefe Hufe. Macht Fotos alle halbe Jahr und dokumentiert die Entwicklung. 
Jemand, der die Hufe beherrscht, kann dem Pferd zu gesunden und symmetrischen Hufen verhelfen. Das unterscheidet brigens den Experten vom Profi.


Dorothea, 21.12.2012

Atypische Weidemyopathie

Vor zwei Jahren haben ehrenamtlich forschende Biologen aus der VFD bereits die Theorie aufgestellt, dass Ahorn die Ursache fr die mysterise Weidemyopathie ist.  Jetzt haben Wissenschaftler diese Theorie besttigt.
http://www.vu-wien.ac.at/fileadmin/v/z/news/2012/Information_Weidemyopathie_2012-10-22.pdf
Somit ergeht eine Warnung an alle PferdebesitzerInnen, die auf oder in der Nhe ihrer Weide Ahorn- oder Eschenbume stehen haben. Auch ich habe einen alten Bergahorn stehen, direkt neben dem Offenstall, geschickterweise hinterm Heunetz - er ist meinen Pferden mit seinem weit ausladenden Dach ein wunderbarer Wind- und Wetterschutz - eigentlich. Diesen Winter wird er wohl nicht berleben.



Dorothea, 16.11.2012

Warum es keine perfekten Hufe gibt

Manchmal werde ich gefragt, ob oder wann die huforthopdische Korrektur irgendwann beendet ist und ob es berhaupt perfekte Hufe gibt. Die Antwort dazu kann nur unbefriedigend ausfallen. Perfekte Hufe gibt es nie. Das liegt einfach daran, dass dieser komplizierte Halte- und Trageapparat Huf uerst anfllig fr Strungen ist. Der Boden, auf dem das Pferd luft oder steht, hat Einflu auf Abrieb und vielleicht auch Abbruch eines Teils der Hufwnde. Eine vielleicht relativ kurzzeitige einseitige Belastung wegen einer Verletzung oder Verspannung sorgt fr entsprechende berlastungen von Hufwandanteilen. Selbst ein unpassender Sattel hat Einflu auf die Form der Hufe. Beispiele gibt es viele mehr.

Bei allen berlegungen sollte man stets daran denken, dass in der Evolution nur drei Einhufer brig geblieben sind (Pferd, Esel, Zebra). Alle anderen Fluchttierarten haben sich zum Paarhufer entwickelt. Das System Huf, auf dem unsere Pferde stehen, ist zu stranfllig, um sich durchzusetzen.

Deshalb schauen wir Huforthopden bei unserer Arbeit den Huf nach der Belastungssituation seiner jeweiligen Wandanteile durch und bearbeiten den Huf entsprechend, indem wir den Abrieb steuern. Das Ergebnis wird jedesmal etwas anders ausfallen - zum Ziel haben wir immer, den Huf in seine physiologische Tragfhigkeit (zurck-) zu fhren. Das geht immer nur im Rahmen dessen, was die Lebenssituation des Pferdes und auch seine sonstigen (krperlichen) Bedingungen dafr hergibt.

Ein schnes Beispiel ist mein Haflinger Asterix, der mit drei Jahren zu mir kam, seit seinem vierten Lebensjahr in huforthopdischer Hand ist und nun 15 Jahre alt ist. Durch die Aufzucht auf einer Mistmatratze hat er ganz schn krumme Zehengliedmaen, die Hufe sind fr mich jeden Monat eine Herausforderung - auch heute noch! Es ist mhevoll, sie in der Balance zu halten.  - Aber es geht! Das wollte ich mit diesem Blogbeitrag sagen: Mein Pferd luft vllig ohne Einschrnkungen und das hoffentlich noch sehr lange und er hat schne groe tragfhige Hufe.



Dorothea, 11.09.2012

Fortbildung

Am Wochenende war ich wieder auf Fortbildung in der Reha-Station der DIfHO im Hunsrck. Mit dem DifHo habe ich einen Vertrag geschlossen, nach dem ich mich dazu verpflichte, jhrlich ein paar Fortbildungstage zu absolvieren. Solange ich der Verpflichtung nachkomme, bin ich berechtigt, das DIfHO Logo zu nutzen und mich Huforthopdin nach Jochen Biernat zu nennen. Ferner sichere ich mir die Untersttzung von Herrn Biernat und den DIfHO Kollegen bei Fragen und Problemen, die bei meiner huforthopdischen Arbeit auftauchen zu.
Nun war also wieder Fortbildung und neben den besonders schweren Fllen, die in der Reha-Station behandelt werden, habe ich gerade von den KollegInnen und natrlich auch von Herrn Biernat selbst wieder viele wichtige Impulse und Ideen fr meine tgliche Arbeit bekommen. Danke Euch dafr!



Dorothea, 03.07.2011

Der Haken am Panikhaken oder wenn das angebundene Pferd erschreckt

Ein aktueller Vorfall bei einem Huftermin veranlasst mich heute dazu, einmal etwas Grundstzliches zu Thema Panikhaken zu sagen: der Verschluss am Panikhaken ist NICHT dazu da, geffnet zu werden, wenn da Pferd zurckschreckt und Zug aufs Anbindeseil kommt! Beim ffnen des Verschlusses unter Zug schlgt der Haken mit solcher Wucht zurck, dass es ernste Verletzungen geben kann! Sollte das Pferd Panik beim Anbinden bekommen, sollte man besser versuchen, hinter das Pferd zu kommen, um es nach vorne treiben zu knnen. Wenn dann nicht mehr Zug auf dem Seil ist, kann man den Panikhaken ungefhrdet ffnen und das Pferd beruhigen.
Der Panikhaken leistet gute Dienste, wenn etwa das Pferd mit einem Bein ber das Anbindeseil gert oder beim Transport, wenn das Pferd im Hnger seitlich angebunden ist, denn beim Panikhaken kann sich das Pferd im Gegensatz zum Karabinerhaken nicht die Lefzen einklemmen und sich so Verletzungen zuziehen.



Dorothea, 30.05.2011

Pferdestrken

Heute mal ein Bericht am Rande. Die uns fr unsere zwei Pferde zur Verfgung stehende Koppel ist mit 30 Ar nicht gerade gro, zudem ist es eine Streuobstwiese mit altem Baumbestand. Da gilt es, das kleine Stck mglichst gut zu pflegen. Nun sollte die Wiese dringend belftet (vertikutiert) werden und zudem Maulwurfshgel eingeebnet und Lcher aufgefllt werden. Durch die vielen Bume knnen aber meine lieben Nachbarn mit ihren groen Traktoren nicht ber unsere Wiese fahren, um sie fr uns abzuschleppen.
Da war guter Rat teuer.
Unser Versuch im letzten Jahr, das sehr starkwchsige Moos mit Dnger zu bekmpfen, war nur mig erfolgreich.
Nun habe ich von Herrn Sponagel aus Maulbronn (www.reitplatz-innovationen.de) ein sehr schlaues Gert bekommen: einen Wiesenkultivator fr den Pferdezug! Mit einer Arbeitsbreite von nur 80 cm kommen wir bequem um jeden Baum herum und knnen in einem Arbeitsgang die Wiese vertikutieren und gleichzeitig einebnen (Wiesenschleppe).
Soweit die Theorie. Gestern kam es zum Praxistest mit unserer Stute "Pia", die ich ber die letzten Monate mit Autoreifen auf dem Platz ans Abschleppen gewhnt hatte. Mein Mann Michael ging mit den Leinen hinter Pia her und ich fhrte sie vorn und lockte mit Mhren. Das Gert setzte sich mit Scheppern in Bewegung. Asterix im Offenstall hinter uns flchtete in den Stall, Pia blieb gnzlich unbeeindruckt und konzentrierte sich lediglich darauf, die Mhren zu erreichen. Bis die Mhren schlielich leer waren, hatten wir mit Pia schon drei Runden gedreht und sie sich an Gerusch und Zug gewhnt. Fleiig schritt sie dahin, es machte uns allen einen Riesenspa. Den "Wow!"-Effekt hatten wir allerdings, als wir das Ergebnis auf unserer Wiese betrachteten: Moos war herausgezupft, die Grasnarbe vllig unbeschdigt - und das, obwohl wir fr unseren ersten Versuch alle Einstellmglichkeiten am Gert auf die leichteste Stufe gestellt hatten. Da knnen wir also noch mal zulegen!
Was ich noch fr besonders erwhnenswert halte, ist eine Sicherheitsvorrichtung, mit deren Hilfe ich bei einem Erschrecken des Pferdes lediglich an einem locker in der Hand mitgefhrten Seil ziehe und das Ortscheit zuverlssig die Zugstrnge freigibt: Das Pferd ist dann nur noch an den Leinen, das Gert bleibt inklusive Ortscheit liegen.
Beim nchsten Versuch machen wir Fotos.


Dorothea, 04.04.2011

Die Sorgen mit dem lieben Heu



Also, ich bin ja eine von denen, die ihre Pferde fast ausschlielich mit Heu (und Sommer Weidegras) fttern; nicht einmal Mineralfutter wird regelmig zugefttert. Dadurch habe ich wunderbar gesunde Rsser. Ihre Leistungsfhigkeit erhalte ich bei besonderen Beanspruchungen durch eine kleine Portion Hafer. Hinzu kommt noch, dass ich von meinem lieben Nachbarn mit exzellentem kruterreichen Heu versorgt werde und ich mir um Qualitt, Ernte, Lagerung etc. keine groen Gedanken machen muss.
Eigentlich.

Wenn da nicht die Herbstzeitlosen wren! In einer Kruterwiese Indikatoren fr saure Bden. Ganz natrlich. Und wir wissen ja, dass die bersuerung sich immer mehr breit macht.
Herbstzeitlosen sind aber giftig, auch in getrocknetem Zustand knnen sie bei den Pferden Schaden anrichten.
Und so bleibt mir nur, mit kritischem Auge die tglichen Heuportionen durchzusehen und die typischen brunlichen breiten Bltter und Bltenstnde herauszulesen. Es sind ja nicht immer welche dabei, aber doch immer wieder...

Schauen Sie sich auf dem Foto genau an,   wie die getrockneten Pflanzen aussehen - wetten, dass sich in Ihrem Heu hin und wieder auch welche finden lassen?


Dorothea, 29.03.2011